Zur Bedeutung des Familiennamens Druffel

Der Familienname Druffel ist sprachlich als orts- und flurnamenbezogene Bezeichnung zu verstehen. Er geht auf einen historischen Siedlungs- und Landschaftsraum zurück, in dem sich der Name bereits im Mittelalter als Orts- und Herkunftsname herausbildete. Die natürlichen Gegebenheiten dieses Raumes, insbesondere sandige Böden und ehemals feuchte Niederungen, begünstigten eine kleinräumige Siedlungsstruktur mit nur wenigen, eng beieinanderliegenden Hausstellen.

Die Bedeutung des Wortes „Druffel“ ist in der historischen Lexikographie eindeutig und übereinstimmend überliefert. Bereits das „Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuchs“ von 1767 erklärt „Druffel“ als Verkleinerungsform von „Druve“ (Traube) und beschreibt damit eine traubenartige, dichte Ansammlung gleichartiger Dinge. Diese bildhafte, aus dem niederdeutschen Sprachraum stammende Erklärung wird durch spätere hochdeutsche Wörterbücher bestätigt. Joachim Heinrich Campe definiert „Druffel“ 1807 als „eine Menge dicht nebeneinander befindlicher Dinge derselben Art“, eine Bedeutung, die im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm übernommen und ausdrücklich auf Campe zurückgeführt wird.

Diese übereinstimmenden Deutungen belegen, dass „Druffel“ ursprünglich keine personenbezogene Bezeichnung war, sondern eine topographische Sammelbezeichnung, die eine enge Gruppierung beschrieb. Als Orts- oder Flurname konnte sich der Begriff anschließend zu einem Herkunfts- und Familiennamen entwickeln. Vor diesem Hintergrund ist ein gemeinsamer geographischer Ursprung der frühen Namensträger wahrscheinlicher als eine unabhängige Mehrfachentstehung des Namens, auch wenn konkrete genealogische Verbindungen aufgrund der Quellenlage vor dem 16. Jahrhundert nicht mehr durchgehend nachweisbar sind.

Die heraldische Überlieferung der Familie Druffel greift diese Namensbedeutung bildlich auf. Das Wappen zeigt eine goldene Traube auf blauem Schild und ist damit als sogenanntes redendes Wappen zu verstehen, das den Namen sinnbildlich darstellt. Zwar sind Wappen keine primären sprachlichen Quellen, doch bestätigt die Darstellung einer Traube die bereits lexikographisch belegte Deutung des Namens und verweist auf eine früh tradierte Verbindung zwischen Name, Bedeutung und Herkunft.


Literaturverzeichnis

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Kleines Wörterbuch für die Aussprache, Orthographie, Biegung und Ableitung, als der zweite Theil der vollständigen Anweisung zur Deutschen Orthographie. Gedruckt vom Hofbuchdrucker Johann Thomas Edl. von Trattnern. — s. v. Trüffel.

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Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuchs. I. Theil A–F. Bremen: Bremische Deutschen Gesellschaft. — s. v. Druffel.

Grimm, Jacob; Grimm, Wilhelm (1860):
Deutsches Wörterbuch. Bd. 2: Biermörder–D. Leipzig: Hirzel. — s. v. Druffel.

Heinsius, Theodor (1818):
Volksthümliches Wörterbuch der Deutschen Sprache mit Bezeichnung der Aussprache und Betonung für die Geschäfts- und Lesewelt. Bd. 1: A–E. Hannover: Hahnsche Hofbuchhandlung. — s. v. Druffel.

Heinsius, Theodor (1828):
Vollständiges Wörterbuch der Deutschen Sprache mit Bezeichnung der Aussprache und Betonung für die Geschäfts- und Lesewelt. Bd. 1: A–F. Wien: Christian Friedrich Schade. — s. v. Druffel.

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Handwörterbuch der Deutschen Sprache mit Hinsicht auf Rechtschreibung, Abstammung und Bildung, Biegung und Fügung der Wörter, so wie auf deren Sinnverwandtschaft. Magdeburg: Wilhelm Heinrichshofen. — s. v. Druffel.

Weyh, Johann Baptist Franz (1843):
Praktisches Handwörterbuch des Deutschen Sprachgebrauchs. Regensburg: Druck und Verlag von Friedrich Pustet. — s. v. Druffel.